EIN SCHMELZTIEGEL (order, in der Sprache von Nizza, ein "Mesclun") - Es ist amüsant, die erstaunliche Mischung von Stilen und Epochen an der Côte d'Azur aufzuspüren, Ergebnis einer unaufhörlichen Vermischung von Reisenden aus der ganzen Welt. Auch die Moden, die von den exotischsten Orten oder aus einer fruchtbaren, eigenwilligen Fantasie stammen. Herrscher und reiche Aristokraten, die Zuflucht vor dem Winter suchten, haben hier ihre Vorliebe für das Pittoreske und alles Maß Sprengende unter Beweis gestellt: Paläste und Villen müssen eine kosmopolitische Klientel begeistern, die viel reist und Luxus gewöhnt ist. An der Côte sprießen maurische Minarette, mittelalterliche Burgen, orthodoxe kirchen mit glänzend roten Kuppeln, Villen im Kolonialstil, gotische Herrenhäuser in die Höhe... Steingewordene Träume, die auch heute noch auf die Besucher eine gewisse Faszination ausüben.
DAS ERBE DES 20.JAHRHUNDERTS - Die Côte d'Azur, ein Geschöpf der Belle Époque, wird im 20.Jahrhundert ein mythischer Ort der modernen Kunst. Die größten Künstler aus aller Welt finden sich hier ein, um ihr Werk fernab von der Hektik der Kunstkapitalen fortzusetzen. Die Côte d'Azur wird insbesondere zwischen 1918 und 1958 eine Brutstätte der künstlerischen Kreativität, die der Geschichte der modernen Kunst eine mediterrane Prägung verleiht. Von der Moderne zur Avantgarde und zur Nizzaer Schule schaffen Künstler heute auf den Spuren der größten Kunstschaffenden die Meisterwerke des dritten Jahrtausends. Seit die grossen Künstler des Impressionismus und des Post-impressionismus, darunter Renoir, Monet, Sisley oder Signac, am Ende des 19.Jahrhunders an die Côte d'Azur gekommen sind, hat diese Region ohne Unterlass die größten Schöpfer aufgenommen. Diese, überwältigt vom Licht, haben ihrerseits Gefechte mit der Sonne ausgeführt und sich von der paradiesischen Landschaft inspirieren lassen. Soutine, Bonnard und Matisse liessen sich rasch an der Côte d'Azur nieder und haben, jeder auf seine Art, ein oft exemplarisches Werk geschaffen. Nach dem zweiten Weltdrieg erlagen Picasso, De Staël, Chagall, Dubuffet, Sutherland und Léger ihrerseits dem Charme dieser Region und gesellten sich denen zu, die, wie Picabia, Magnelli oder Arp, aus persönlicher Vorliebe oder unter dem Druck der Ereignisse hier ihreZelte aufgeschlagen hatten.